DIALOP – Erste Früchte der Zusammenarbeit von ChristInnen und MarxistInnen

Peter Degischer – Zukunftmitverantworten.org
Der Artikel ist in der Volksstimme Nr.11/2018 erschienen.

Eine Privataudienz, zu der Papst Franziskus im September 2014 den damaligen griechischen Oppositionsführer und heutigen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, Walter Baier und Franz Kronreif von der katholischen Fokolarbewegung eingeladen hatte, bildete den Startschuss für die Entwicklung eines Dialogs zwischen ChristInnen und MarxistInnen.

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Der langjährige KPÖ-Parteivorsitzende Franz Muhri hatte dazu bereits im vorigen Jahrhundert die Weichen gestellt und in regelmäßigen Gesprächen die inhaltliche Annäherung zwischen Linken und ChristInnen vorbereitet.

Im September dieses Jahres fand nun in Ermoupolis auf der ägäischen Insel Syros unter dem Titel „Europa – ein gemeinsames Gut“ der Auftakt des Projektes DIALOP statt. 35 Studierende und 12 Vortragende aus 19 europäischen und außer-europäischen Ländern erprobten eine Woche lang einen verbindenden Dialog zwischen VertreterInnen christlicher und marxistischer Werte. Das gemeinsame Ziel von DIALOP ist es, Wege für ein soziales, gerechtes, friedliches, ökologisch nachhaltiges, demokratisches und offenes Europa aufzuzeigen.

Während wissenschaftliche Diskurse häufig abgehalten werden, um eigene Ansichten durchzusetzen und das Gegenüber zu überzeugen, ist es der Wunsch von DIALOP, dass die DialogpartnerInnen einander zuhören und zu verstehen versuchen, mit dem Ziel, voneinander zu lernen, um gemeinsame Auffassungen zu erkennen.

Die Studierenden formulierten ein „Manifest von Ermoupolis“ an die BewohnerInnen Europas, dem alle TeilnehmerInnen des Dialogs zustimmten. Es ruft zu gemeinsamen Anstrengungen zur Erfüllung der folgenden Forderungen auf:

  • Stopp der Waffenproduktion und des Waffenhandels mit Konfliktgruppen

  • Stopp dem Klimawandel und strikte Umsetzung des Pariser Abkommens

  • Stopp den unfairen Handelsabkommen der EU

  • Stopp der modernen Sklaverei

  • Anerkennung der Geschlechtergleichheit – Stopp aller Arten von Misshandlungen und Gewaltanwendungen gegen Frauen

Die Teilnehmer der Sommerschule waren sich einig, dass sie sich an einem kritischen Moment der europäischen Geschichte befinden, wo Zäune und Ungleichheit an Bedeutung gewinnen.

Bei der Eröffnung sprachen u. a. der griechische Minister für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten, sowie ein Vertreter des Heiligen Stuhls, weiters Repräsentanten des religiösen und politischen Lebens der Region Süd-Ägäis und VertreterInnen der linken und der christlichen Studierenden.

Der Dialog war eine gemeinsame Initiative von Universitäten, Stiftungen und Vereinigungen mit marxistischer und mit christlicher Basis. Die Sommerschule wurde ausgerichtet vom Universitätsinstitut Sophia (IT), der Pontifikalkongregation für katholische Bildung, der katholischen Fokolarbewegung und Transform!Europe (der Bildungseinrichtung der Partei der Europäischen Linken). Sie wurde unterstützt von der deutschen Rosa Luxemburg Stiftung, der Universität Paris 8 und der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule-Edith Stein (Österreich).

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